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K&K Klimatechnik
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Serverraum klimatisieren: Kühllast, Redundanz und Winterbetrieb planen

Fast jedes Watt, das Ihre IT aufnimmt, wird im Serverraum zu Wärme. Die Kühlung muss diese Last rund um die Uhr abführen, auch bei Frost. So planen Sie Kühlleistung, Temperatur, Redundanz und Überwachung Schritt für Schritt.

Stand 25.10.2026 · Von Arda Kemikli und Fabian Kraus, K&K Klimatechnik · Lesezeit ca. 5 Minuten

Kurz gesagt: Die Kühlleistung richtet sich nach der elektrischen Leistung Ihrer IT, denn fast jedes Watt wird zu Wärme. Dazu kommen Zuschläge und eine Reserve. Für Ausfallsicherheit plant man zwei Geräte, von denen jedes allein reicht (N+1). Die Geräte müssen auch im Winter kühlen dürfen, und ein Alarm muss melden, wenn es zu warm wird. Stand 25.10.2026.

Schritt 1: Die Wärmelast ermitteln

Die Planung beginnt nicht mit der Raumgröße, sondern mit der Leistung der Technik. Server, Switches, Speicher und USV wandeln den Strom, den sie aufnehmen, nahezu vollständig in Wärme um. Gute Datenquellen sind die Anzeige der USV, gemessene Werte aus der Stromverteilung im Rack oder Ihr Monitoring.

Vorsicht bei Typenschildern: Die Leistung auf dem Netzteil ist ein Höchstwert. Wer sie einfach addiert, plant meist viel zu groß. Ein zu großes Gerät taktet häufig, regelt unruhig und entfeuchtet schlecht. Besser sind echte Messwerte über einige Tage.

So kann eine Rechnung für einen kleinen Serverraum aussehen:

PostenAnnahmeWärmelast
IT im Betrieb gemessenzwei Racks, Anzeige von USV oder Stromverteilung4,0 kW
Verluste der USV5 % der IT-Last0,2 kW
Beleuchtung, Sonne, NachbarräumeSchätzung bei der Begehung0,5 kW
Zwischensumme4,7 kW
Reserve für Wachstum25 %1,2 kW
Benötigte sensible Kühlleistungje Gerät bei N+1ca. 5,9 kW

Wichtig ist das Wort sensibel. Gemeint ist der Teil der Kühlleistung, der wirklich die Temperatur senkt. Komfortgeräte stecken einen Teil ihrer Leistung ins Entfeuchten. Im Datenblatt steht, wie viel sensible Leistung bei Ihren Raumbedingungen übrig bleibt. Für Büros und Wohnräume hilft unser Kühlleistungs-Rechner. Für den Serverraum zählt die gemessene IT-Last.

Schritt 2: Die richtige Temperatur festlegen

Viele Serverräume werden kälter gehalten als nötig. Die amerikanische Fachgesellschaft ASHRAE empfiehlt für übliche IT-Hardware eine Zulufttemperatur von 18 bis 27 °C am Lufteinlass der Geräte. Für die Feuchte nennt sie einen Taupunkt von −9 bis 15 °C und eine relative Luftfeuchte von höchstens 70 %, bei belasteter Luft 50 %. Maßgeblich sind am Ende die Datenblätter Ihrer Hardware.

Zwei Folgen für die Planung: Messen Sie die Temperatur dort, wo die Server ansaugen, nicht am Klimagerät. Und jedes Grad, das Sie unnötig kälter kühlen, kostet Strom, ohne die Technik besser zu schützen.

Schritt 3: Redundanz einplanen

Ohne Kühlung steigt die Temperatur in einem dicht belegten Raum schnell an. Wie schnell, hängt von Last und Raumgröße ab. Deshalb gehört die Frage nach dem Ausfall an den Anfang:

  • N: ein Gerät, das die Last schafft. Günstig, aber bei einem Defekt fehlt die Kühlung bis zur Reparatur.
  • N+1: ein Gerät mehr als nötig. Ein Steuergerät wechselt im Betrieb ab und schaltet bei Störung um. Für die meisten kleinen Serverräume der sinnvolle Standard.
  • 2N: zwei vollständig getrennte Systeme. Üblich in Rechenzentren mit sehr hohen Anforderungen.

Auch bei N+1 sollten Sie festlegen, was im Notfall passiert: Ab welcher Temperatur werden unwichtige Systeme heruntergefahren, und wer entscheidet das?

Schritt 4: Kühlung an 365 Tagen

Ein Serverraum braucht auch im Januar Kühlung. Viele Komfortgeräte sind für den Kühlbetrieb bei tiefen Außentemperaturen nicht ausgelegt. Prüfen Sie deshalb im Datenblatt, bis zu welcher Außentemperatur der Hersteller das Kühlen freigibt und ob dafür eine Winterregelung nötig ist. In der Oberpfalz und im Bayerischen Wald sind Nächte mit zweistelligen Minusgraden keine Seltenheit. Die Kondensatleitung muss frostsicher verlegt sein, und das Außengerät sollte über der zu erwartenden Schneehöhe stehen.

Split-Gerät oder Präzisionsklima?

Komfort-Splitgerät (Wand, Truhe, Kanal)Präzisionsklimagerät
Gebaut fürKomfort, wechselnde LastDauerbetrieb rund um die Uhr
Anteil sensibler Kühlleistunggeringer, ein Teil geht ins Entfeuchtenhoch
Regelung der Luftfeuchtekaumeng
Anschaffungniedrigerdeutlich höher
Typischer Einsatzein bis wenige Racks, kleine Räumeviele Racks, hohe Leistungsdichte, Doppelboden

Für einen kleinen Serverraum mit ein bis drei Racks reichen meist zwei passende Splitgeräte mit Winterfreigabe und Umschaltung. Bei vielen Racks, hoher Leistungsdichte oder engen Vorgaben von Versicherung oder Kunden ist Präzisionsklima der sichere Weg. Was wir in welchem Fall einsetzen, beschreibt die Seite Klimatisierung für Serverräume.

Schritt 5: Überwachen und warten

  • Fühler am richtigen Ort: mindestens ein Temperatur- und Feuchtefühler am Lufteinlass der Racks.
  • Alarmkette: Wer bekommt die Meldung, auch am Wochenende? Ein Testalarm pro Quartal zeigt, ob die Kette funktioniert.
  • Stromausfall: In den meisten Serverräumen ist die Klimaanlage nicht über die USV abgesichert. Planen Sie, wie lange die Server ohne Kühlung laufen dürfen.
  • Wartung: Filter, Wärmetauscher und Kondensatablauf regelmäßig prüfen lassen. Größere Anlagen mit R32 ab 7,41 kg Füllmenge brauchen nach der F-Gase-Verordnung eine regelmäßige Dichtheitskontrolle, mehr dazu bei unserem Service.
  • Netzbetreiber: Klimaanlagen mit zusammen mehr als 4,2 kW elektrischer Anschlussleistung müssen nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz angemeldet werden. Der Netzbetreiber darf sie bei Engpässen dimmen, 4,2 kW bleiben aber immer verfügbar. Klären Sie mit dem Elektro-Fachbetrieb, wie das zu Ihrer Kühlung passt.

Typische Planungsfehler

  • Innengerät an der falschen Stelle: Hängt es über Racks oder USV, kann Kondenswasser auf die Technik tropfen. Platzieren Sie es so, dass kaltes Wasser im Fehlerfall nur auf den Boden trifft.
  • Warme Abluft im Kreis: Bläst die Rückseite eines Racks gegen eine Wand, saugt das Nachbargerät die eigene Abwärme wieder an.
  • Fenster ohne Schutz: Ein Südfenster im Serverraum kann im Sommer mehr Wärme bringen als ein ganzer Server. Außen verschatten oder dämmen.
  • Offene Tür: Wird der Raum mit offener Tür gekühlt, kühlt die Anlage den Flur mit.
  • Kein Wiederanlauf: Nach einem Stromausfall muss das Gerät selbstständig mit den letzten Einstellungen starten. Das gehört in den Test bei der Inbetriebnahme.

Was wir für ein Angebot brauchen

  1. IT-Last in kW, am besten gemessen, dazu geplante Erweiterungen,
  2. Raumgröße, Außenwände, Fenster und Lage im Gebäude,
  3. Platz für Außengeräte und mögliche Leitungswege,
  4. Stromanschluss im Raum oder in der Nähe,
  5. gewünschte Redundanz und vorhandenes Monitoring.

Mit diesen Angaben erstellen wir ein Angebot netto, auf Wunsch mit und ohne Redundanz.

Quellen

Stand 25.10.2026. Alle Angaben sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr. Dieser Ratgeber ist keine Rechts-, Steuer- oder Förderberatung.

Häufige Fragen

Wie viel Kühlleistung braucht mein Serverraum?

Etwa so viel, wie Ihre IT an elektrischer Leistung aufnimmt, plus Verluste der USV, Zuschläge für Licht und Sonne und eine Reserve. Bei 4 kW gemessener IT-Last landet man schnell bei rund 6 kW sensibler Kühlleistung je Gerät.

Welche Temperatur sollte im Serverraum herrschen?

ASHRAE empfiehlt für übliche Hardware 18 bis 27 °C Zuluft am Lufteinlass der Geräte. Verbindlich sind die Datenblätter Ihrer Hersteller. Kälter als nötig kostet nur Strom.

Reicht eine Klimaanlage aus dem Baumarkt?

Nein. Mobile Geräte und viele Komfortgeräte sind nicht für Dauerbetrieb und Kühlen im Winter ausgelegt und haben keinen Alarm. Für den Serverraum braucht es Geräte mit Winterfreigabe, Umschaltung und Überwachung.

Ist ein Serverraum-Klimagerät anmeldepflichtig?

Liegt die elektrische Anschlussleistung aller Klimageräte hinter einem Zähler über 4,2 kW, muss die Anlage beim Netzbetreiber angemeldet werden. Das erledigt in der Regel der Elektro-Fachbetrieb.

Kühlung, die nicht Pause macht.

Schicken Sie uns IT-Last und Raumdaten. Sie erhalten ein Angebot netto, auf Wunsch mit Redundanz N+1 und Alarm.