Wärmepumpe: Kosten und Förderung 2026
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet mit Einbau meist 27.000 bis 40.000 Euro vor Förderung. Die KfW zahlt davon bis zu 70 Prozent, in Einzelfällen 80 Prozent, auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten. Wichtig: Der Antrag muss vor Arbeitsbeginn gestellt werden.
Stand 25.10.2026 · Von Arda Kemikli und Fabian Kraus, K&K Klimatechnik · Lesezeit ca. 5 Minuten
Förderstand 23.10.2026, aktuell auf kfw.de prüfen. Die Förderbedingungen ändern sich derzeit oft. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Rechts- oder Förderberatung. Den verbindlichen Stand finden Sie auf kfw.de.
Was kostet eine Wärmepumpe komplett?
Die beste öffentliche Datenquelle sind echte Angebote, die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewertet hat. In der zweiten Runde (Herbst 2025 bis Frühjahr 2026, 160 Angebote für Ein- und Zweifamilienhäuser) lagen die Gesamtkosten zwischen 21.099 € und 54.168 €. Der Mittelwert betrug 36.397 €, der Median 34.898 €. Das heißt: Die Hälfte der Angebote lag unter rund 35.000 €, die andere Hälfte darüber.
Ratgeberportale nennen für Luft-Wasser-Wärmepumpen typische Komplettpreise von 27.000 bis 40.000 €. Nach Wohnfläche ergeben sich laut reduco.ai diese Richtwerte. Sie sind aus Heizlast und Leistung abgeleitet und keine Messwerte:
| Wohnfläche | Heizlast typisch | Komplettpreis brutto vor Förderung |
|---|---|---|
| 100 m² | 7–8 kW | ca. 28.000–36.000 € |
| 150 m² | 10–11 kW | ca. 32.000–42.000 € |
| 200 m² | 14–16 kW | ca. 36.000–50.000 € |
Für die Oberpfalz und Bayern haben wir keine eigenen regionalen Preisdaten gefunden. Wir nennen deshalb bewusst keine erfundene Bayern-Zahl, sondern erstellen nach der Heizlast-Berechnung ein Angebot für Ihr Haus.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Das Gerät ist nur ein Teil der Rechnung. Die Verbraucherzentrale hat die Einzelposten der Angebote ausgewertet (Zahlen wiedergegeben von reduco.ai):
| Posten | Spanne | Median |
|---|---|---|
| Montage und Lohn | 2.975–13.836 € | 6.650 € |
| Elektroinstallation | 347–7.648 € | 2.687 € |
| Umbau Zählerschrank | 350–7.765 € | 2.966 € |
| Warmwasserspeicher | 524–5.516 € | 2.106 € |
| Fundament Außengerät | 298–3.570 € | 1.399 € |
| Pufferspeicher | 451–10.938 € | 1.237 € |
| Hydraulischer Abgleich | 120–5.300 € | 1.071 € |
| Heizkörpertausch je Stück | 326–1.207 € | 642 € |
| Wartung je Termin | 196–452 € | 360 € |
Ein wichtiger Befund: Nur etwa ein Viertel der Angebote war vollständig. Bei fast der Hälfte fehlte das Fundament für das Außengerät. Posten, die als „bauseits“ markiert sind, müssen Sie selbst organisieren und bezahlen. Achten Sie deshalb darauf, dass Elektro, Zählerschrank, Fundament, Speicher und hydraulischer Abgleich im Angebot stehen.
Zum Vergleich unsere Gerätepreise ohne Montage:
- Daikin Altherma 4 H: 4–14 kW, R290, ab 11.490 € (Set 8 kW: Außengerät + Inneneinheit)Preis nach Beratung
- Midea M-Thermal Arctic R290: 4–16 kW, R290, ab 4.690 € (Monoblock-Außengerät)Preis nach Beratung
Förderung: KfW 458 im Überblick
Privatleute bekommen den Zuschuss für eine neue Wärmepumpe im bestehenden Wohngebäude über das KfW-Programm 458 „Heizungsförderung für Privatpersonen“. Die Bausteine wurden am 21.07.2026 umgebaut. Stand 23.10.2026:
| Baustein | Höhe | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | für alle Antragsteller |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % | nur Selbstnutzer, die Öl, Kohle, Nachtspeicher, Gas-Etagenheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung ersetzen. Sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte, entfällt ab 01.08.2028 |
| Einkommensbonus | 10–40 % | zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000 €: 40 %; 30.000–40.000 €: 30 % (mit Kind 40 %); 40.000–50.000 €: 10 % (mit Kind 30 %); 50.000–60.000 €: nur mit Kind 10 % |
| Effizienzbonus für natürliches Kältemittel | gestrichen | seit 21.07.2026 nicht mehr verfügbar |
| Höchstsatz | 70 % (80 %) | 80 % nur bei Einkommen bis 30.000 € bzw. mit Kind bis 40.000 € |
| Förderfähige Kosten | max. 28.000 € | Einfamilienhaus; ab 01.02.2027 halbjährlich 750 € weniger |
Der Zuschuss wird auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten berechnet. Bei 70 % sind das maximal 19.600 €, bei 80 % maximal 22.400 €. Kosten über 28.000 € bezahlen Sie selbst. Pflicht ist unter anderem ein hydraulischer Abgleich. Einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht, sie hängt an den verfügbaren Haushaltsmitteln.
Beispielrechnung
Annahme: Angebot über 35.000 € (etwa der Median der Verbraucherzentrale), Sie wohnen selbst im Haus und ersetzen eine 22 Jahre alte Gasheizung.
- Ohne Einkommensbonus: 30 % Grundförderung + 16 % Klimageschwindigkeitsbonus = 46 %. 46 % von 28.000 € = 12.880 € Zuschuss. Eigenanteil: 22.120 €.
- Mit Einkommensbonus (zu versteuerndes Einkommen 35.000 €, ohne Kind): 30 % + 16 % + 30 % = 76 %, gedeckelt auf 70 %. 70 % von 28.000 € = 19.600 € Zuschuss. Eigenanteil: 15.400 €.
Das ist eine vereinfachte Rechnung ohne Gewähr. Ob alle Bedingungen für Sie gelten, klären Sie mit der KfW oder einer Energieberatung.
Was sich 2027 und 2028 ändern soll
- Ab 01.02.2027: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt halbjährlich um 4 Prozentpunkte. Auch die förderfähigen Kosten sinken halbjährlich um 750 €.
- Geplant ab dem 1. Quartal 2027: ein Bonus für Geräte aus EU-Fertigung. Ohne ihn soll die Grundförderung für Geräte aus Nicht-EU-Fertigung auf etwa 15 % sinken. Die Details waren am 23.10.2026 noch nicht veröffentlicht. Wo Ihr Gerät gefertigt wird, sagen wir Ihnen vor dem Angebot.
- Ab 01.01.2028: Laut Bundesverband Wärmepumpe sollen nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel wie R290 gefördert werden. Deshalb bieten wir nur R290-Wärmepumpen an.
Für Sie heißt das: Wer ohnehin tauschen möchte, sollte die Planung nicht unnötig aufschieben. Ein Antrag braucht aber Zeit für Beratung, Heizlast und Angebot. Schnellschüsse ohne Planung sind teurer als jeder Bonus.
Der richtige Ablauf: Antrag vor Arbeitsbeginn
- Beratung und Heizlast: Wohnfläche, Baujahr, Dämmung, Heizkörper, Verbrauch. Daraus ergibt sich die passende Größe.
- Bestätigung zum Antrag (BzA): Sie wird vom Fachbetrieb oder einer Energieberatung erstellt.
- Vertrag mit Förderklausel: Der Liefer- und Leistungsvertrag braucht eine aufschiebende oder auflösende Bedingung, zum Beispiel „gilt nur bei Förderzusage der KfW“.
- Antrag in „Meine KfW“: Sie stellen den Antrag selbst, und zwar vor Arbeitsbeginn.
- Einbau: innerhalb von 36 Monaten nach der Zusage.
- Nachweis und Auszahlung: Nach dem Einbau reichen Sie die Bestätigung nach Durchführung und die Rechnungen ein. Dann wird ausgezahlt.
Achtung: Ein Vertrag ohne Förderklausel gilt als „vorzeitiger Vorhabenbeginn“. Dann gibt es keine Förderung. Die Klausel kann nicht nachträglich ergänzt werden.
Unser Angebot für eine Wärmepumpe enthält deshalb immer eine Förderklausel. Wenn eine Anzahlung vereinbart wird, regelt der Vertrag, was bei einer Absage der KfW passiert. Die genaue Formulierung lassen wir anwaltlich prüfen.
Lohnt sich eine Wärmepumpe in meinem Haus?
Entscheidend ist, wie heiß das Heizwasser an kalten Tagen sein muss (Vorlauftemperatur). Liegt sie das ganze Jahr unter etwa 55 °C, sind die Voraussetzungen meist gut, auch im Altbau. Oft reicht es, einzelne kleine Heizkörper zu tauschen. Eine Heizlast-Berechnung nach DIN EN 12831 zeigt, welche Größe Ihr Haus wirklich braucht. Faustformeln führen oft zu zu großen Geräten, die teurer sind und ineffizient takten.
Quellen
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458)
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Auswertung von Wärmepumpen-Angeboten
- reduco.ai: Wärmepumpe, Beratungstermin vorbereiten (Zahlen der VZ RLP)
- Bundesverband Wärmepumpe (BWP): Pressemitteilungen 2026
- 42watt: Magazin zu Wärmepumpen-Kosten
Stand 25.10.2026. Alle Angaben sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr. Dieser Ratgeber ist keine Rechts-, Steuer- oder Förderberatung.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Zuschuss für eine Wärmepumpe maximal?
Stand 23.10.2026: bis zu 70 Prozent, bei niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent, gerechnet auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten. Das sind maximal 19.600 bzw. 22.400 Euro. Den aktuellen Stand prüfen Sie bitte auf kfw.de.
Kann ich den Förderantrag nach der Unterschrift stellen?
Nur, wenn der Vertrag eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthält, also nur bei Förderzusage gilt. Ein Vertrag ohne diese Klausel gilt als vorzeitiger Vorhabenbeginn, dann gibt es keine Förderung. Den Antrag stellen Sie in jedem Fall vor Arbeitsbeginn.
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
Oft ja. Entscheidend ist die nötige Vorlauftemperatur. Liegt sie ganzjährig unter etwa 55 °C, sind die Voraussetzungen meist gut. Manchmal müssen einzelne Heizkörper getauscht werden. Eine Heizlast-Berechnung bringt Klarheit.
Wie viel kostet die Wärmepumpe für Ihr Haus?
Schreiben Sie uns Wohnfläche, Baujahr und Ihren aktuellen Verbrauch. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung und ein Angebot mit Förderklausel.